DSZ Hand mit Rezyklaten
27. September 2021

Warum dürfen Rezyklate in keiner Verpackung fehlen?

In der modernen Verpackungsentwicklung rückt ein Aspekt immer stärker in den Fokus: Nachhaltigkeit. Verpackungen müssen wiederverwertbar sein, so wenig verschwenderisch wie möglich und am besten kunststofffrei. Aber ist das immer umsetzbar? Der Einsatz von Rezyklaten hilft. Was genau sind Rezyklate und welche Vorteile bringen sie?

Was sind Rezyklate?

Das Recycling von Materialien bringt ein Produkt hervor, das einem neuen Rohstoff gleichzusetzen ist: das Rezyklat. Obwohl verschiedene Stoffarten recycelt werden können, beispielsweise Papier und Glas, wird der Begriff „Rezyklat“ (andere Schreibweise: Recyclat) hauptsächlich im Bereich der Kunststoffabfälle verwendet. Er gilt somit als Synonym für Kunststoffabfälle, die aufbereitet, also recycelt wurden.

Je nach Zustand der zu recycelnden Kunststoffabfälle, können Rezyklate über verschiedene Verfahren gewonnen werden. Darüber hinaus gibt es zwei Kategorien von Rezyklaten: „Pre Consumer Rezyklate“, also Rezyklate aus industriellen Kunststoffabfällen, und „Post Consumer Rezyklate“, also Rezyklate aus Kunststoffabfällen, die nach Gebrauch durch Endverbraucherinnen und Endverbraucher in der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack gelandet sind.

Ein positives Beispiel für bereits gut funktionierende Post Consumer Rezyklate ist das Pfandsystem bei Einweggetränkeverpackungen. Nachdem Verbraucherinnen und Verbraucher diese in Pfandautomaten wieder zurück in den Handel gebracht haben, werden sie zu Rezyklaten verarbeitet und kommen wiederum bei der Produktion neuer Getränkeverpackungen zum Einsatz. Ein solcher geschlossener Kreislauf zeigt, dass aus Verpackungen, die bereits in Gebrauch waren, wieder Verpackungen entstehen können.

Bei dem durch Recycling entstehenden Produkt gibt es Unterschiede in der Beschaffenheit. So gibt es

  • Rezyklat, das als Oberbegriff verwendet wird für aufbereiteten Kunststoff mit definierten Eigenschaften. Es ersetzt in vielen Fällen einen Teil der Rohstoffe, indem es in Neuware eingemischt wird;
  • Mahlgut, welches beim Mahlen von Kunststoff entsteht. Es kann unterschiedliche Teilchengrößen und -formen aufweisen;
  • Regranulat, das über einen weiteren Aufbereitungsprozess (Extrusion) aus Mahlgut gewonnen wird. Es entsteht ein Granulat mit gleichmäßiger Korngröße, welches wie ein Virgin Granulat – also Rohmaterial – verwendet werden kann. Je nach Bedarf, enthält das Regranulat spezielle Additive (Zusätze) und damit definierte Eigenschaften. Dieser Prozess wird auch Compoundierung genannt (engl.: „to compound“ = zusammensetzen) und so ist „Compound“ ein Synonym für Regranulat.

Warum Rezyklate verwenden?

Der Einsatz von Rezyklaten ersetzt den Gebrauch primärer Rohstoffe, wie beispielsweise Rohöl. Dadurch können diese Rohstoffe geschont werden, was zu einer signifikanten Einsparung an klimaschädlichem CO2-Ausstoß führt. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) zeigt, dass Rezyklateinsatz sogar über 50 Prozent an klimaschädlichen Treibhausgasemissionen einspart (verglichen mit der Verwendung von Primärrohstoffen).

Darüber hinaus wird die weltweite Versorgung mit endlichen Primärrohstoffen immer knapper. Das Wiederverwenden von Materialien stellt einen weitaus nachhaltigeren Umgang dar, der diese Verknappung verlangsamen kann. Der gezielte Einsatz von Rezyklaten, wie er beispielsweise im Bereich von Verpackungen möglich ist, fördert somit aktiven Klima- und Umweltschutz.

Auch für Unternehmen, die Produkte und Verpackungen in Verkehr bringen, ergeben sich aus der Verwendung von Kunststoff-Rezyklaten einige Vorteile.

Rezyklateinsatz: Vorteile für Ihr Unternehmen

Durch den fortschreitenden Klimawandel sind Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch Geschäftspartner und Investoren, zunehmend daran interessiert, wie nachhaltig sich ein Unternehmen aufstellt.

Mit recyclingfähigen Verpackungen und Rezyklateinsatz können Unternehmen ihr Image stärken und ihren CO2-Fußabdruck verringern. Besonders in der Nachhaltigkeitskommunikation fallen diese Aspekte positiv auf. Sowohl gegenüber Kundinnen und Kunden als auch gegenüber potenziellen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern können Unternehmen ihr Verantwortungsbewusstsein und Interesse an einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft verdeutlichen und als attraktiver Partner herausstechen.

Zukunftsaussichten: Einsparung bei der Verpackungslizenzierung

Durch das Verpackungsgesetz sind Hersteller und Inverkehrbringer von Verpackungen dazu verpflichtet, sich über die Verpackungslizenzierung an einem dualen System zu beteiligen. Zukünftig sollen sich die Entgelte für diese Beteiligung verstärkt nach ökologischen Kriterien richten. Das bedeutet: Je recyclingfähiger eine Verpackung ist, desto weniger kostet sie bei der Lizenzierung.

Aufgrund der aktuellen Ausgestaltung des § 21 VerpackG lässt sich diese Vorgabe jedoch bisher kaum umsetzen. Deshalb gibt es bereits ein Forschungsvorhaben des Umweltbundesamts zur Weiterentwicklung des § 21 VerpackG über die ökologische Gestaltung der Beteiligungsentgelte. Hersteller, die bereits jetzt recyclingfähige Verpackungen in Verkehr bringen, stellen sich für die Zukunft gut auf.

Um den CO2-Fußabdruck noch stärker zu verringern bzw. kompensieren, können sich Hersteller und Inverkehrbringer von Kunststoffverpackungen über recycling.de am 100-prozentigen Recycling der Kunststofffraktion beteiligen. So wird die gesetzliche Recyclingquote von 63 % übererfüllt, was einen noch nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen ermöglicht.

Bringen Sie Verpackungen in Verkehr und haben diese noch nicht an einem dualen System beteiligt? Das Duale System Zentek ist gerne Ihr Ansprechpartner. Wenn Sie mögen, können Sie darüber hinaus direkt in die Beteiligung an 100-prozentigem Recycling einsteigen.

CTA Verpackungslizenzierung

Recycling fördern, Rezyklate gewinnen – aber wie?

Durch ein gezieltes Design for Recycling können Unternehmen ihre Verpackungen von Beginn an recyclingfähig gestalten und damit die Produktion von Rezyklat fördern. Was genau bedeutet das?

Mit „Design for Recycling“ ist ein Verpackungskonzept gemeint, das darauf abzielt, die eingesetzten Ressourcen in möglichst hohem Anteil nach Gebrauch zurückzugewinnen. Somit werden bereits bei der Konzipierung die Weichen gestellt für die Einsparung primärer Rohstoffe und klimaschädlicher Treibhausgasemissionen.

Verpackungen, die besonders gut recycelt werden können, bestehen beispielsweise aus Monomaterialien. Das bedeutet, es handelt sich um ein einziges Material, wie beispielsweise Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP). Monomaterialen führen dazu, dass ein gute Recyclingfähigkeit erreicht wird und das Produkt bzw. der Wertstoff im Kreislauf geführt werden kann.

In vielen Verpackungen sind bereits Rezyklate enthalten, besonders im Bereich der Wasch- und Putzmittel sowie bei Körperpflegeprodukten. Hier entwickelt sich der Markt zunehmend positiv.

Fazit: Rezyklate sollten einen wachsenden Teil der Verpackungsentwicklung ausmachen

Für Unternehmen, die Produkte und Verpackungen in Verkehr bringen, sind recyclingfähige Packmittel ein effizienter Weg, sich nachhaltig aufzustellen und den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern. Aus dem Recycling dieser Verpackungen entstehen Kunststoff-Rezyklate, die einen guten Teil primärer Ressourcen ersetzen und massiv klimaschädliche Treibhausgasemissionen einsparen.

Nicht nur im Interesse der Umwelt, sondern auch aufgrund der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Packmitteln, sollten Rezyklate außerdem auch in der Verpackungsentwicklung berücksichtig werden. Mit dem Einsatz von Rezyklaten und recyclingfähigen Verpackungen unterstreichen lizenzierungspflichtige Unternehmen ihr Verantwortungsbewusstsein.

Dürfen wir Sie begleiten auf dem Weg zu einem nachhaltigen Verpackungsdesign? Gerne unterstützen wir Ihr Unternehmen, beispielsweise durch eine Verpackungsanalyse . Darüber hinaus können sich Kunden des Dualen Systems Zentek am 100-prozentigen Recycling von Kunststoffverpackungen beteiligen.

Nehmen Sie jetzt Kontakt zu uns auf.

© DUALES SYSTEM ZENTEK

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